Digitalisierung der Landwirtschaft: Experimentierfeld „AgriSens DEMMIN 4.0“ in Mecklenburg-Vorpommern gestartet

 

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner überreichte am 09. März 2020 den Fördermittelbescheid an das Projekt AgriSens DEMMIN 4.0. Im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) nahmen die Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten Forschungsinstitute den Fördermittelbescheid entgegen. Ziel des Projektes ist die Erprobung und Förderung digitaler Technologien im Bereich der Fernerkundungsdatennutzung für den mecklenburgischen und gesamtdeutschen Pflanzenbau.

Geodaten, speziell Daten von Fernerkundungssensoren auf Satelliten, Flugzeugen und Drohnen können es landwirtschaftlichen Betrieben zukünftig ermöglichen, ihre Produktivität bei gleichzeitiger Schonung der Umwelt und Biodiversität zu steigern. Zur Erprobung dafür geeigneter Technologien startet mit „AgriSens DEMMIN 4.0 – Fernerkundungstechnologien für die Digitalisierung im Pflanzenbau“ ein regionales, digitales Experimentierfeld in Mecklenburg-Vorpommern.

Der Fokus der Technologierprobung liegt auf Anwendungsfällen, die u.a. im Bereich der Ertragsabschätzung, Bewässerung, sowie der Erfassung von Minderertragsflächen und der luftgestützten Detektion von Steinen angesiedelt sind.

Der Forschungsverbund „AgriSens DEMMIN 4.0 setzt sich aus dem Deutschen GeoForschungsZentrum (GFZ) Potsdam, als Koordinator, dem Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR) in Neustrelitz, Oberpfaffenhofen und Jena, dem Forschungszentrum für landwirtschaftliche Fernerkundung des Julius Kühn Instituts (FLF-JKI) aus Braunschweig, dem Deutschen Wetterdienst (DWD), der Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg (MLU), der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU), der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU), sowie der Hochschule Neubrandenburg (HSNB) zusammen. Die landwirtschaftlichen Akteure bilden regionale Betriebe aus dem Raum Demmin in Mecklenburg-Vorpommern, sowie Partnerbetriebe der beteiligten Forschungseinrichtungen, die sich über ganz Deutschland verteilen. In den nächsten drei Jahren können sich weitere interessierte landwirtschaftliche Akteure dem Projekt anschließen.

Im Fokus von „AgriSens DEMMIN 4.0“ steht die Umsetzung neuer fernerkundungsbasierter Technologien gemeinsam mit den Landwirten und die Nutzung in der landwirtschaftlichen Praxis.

Dazu Dr. Daniel Spengler, Projektkoordinator, Sprecher des Experimentierfeldes und wissenschaftlicher Mitarbeiter am GFZ Potsdam über den Grundgedanken des Projektes: »Fernerkundungsdaten liefern reiche Datenschätze, die Landwirtinnen und Landwirten für die Bewirtschaftung ihrer Flächen wichtige Informationen als Entscheidungsgrundlage für Maßnahmen z.B. in der Düngung, der Aussaat oder der Bodenbearbeitung geben können. Aktuell ist die Hürde diese Daten zu nutzen für viele leider zu hoch. Dies betrifft vor allem den Zugang zu den Daten, die Nutzung in einer Fülle von Softwarelösungen und unübersichtlichen Angeboten des Marktes. Mit dem Experimentierfeld AgriSens DEMMIN möchten wir niedrigschwellige Lösungen anbieten und den Einstieg in die Nutzung von Fernerkundungs- sowie weiteren Geodaten (z.B. Wetterdaten und Feldbeobachtungen) anbieten.« Im Projekt soll außerdem untersucht werden wie Landwirte im Rahmen von Citizen Science selbst in die Datenerhebung eingebunden werden können.

Hintergrund

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages mit 3,7 Millionen Euro aus dem Titel 68662 gefördert. Bis zum Jahr 2023 sind insgesamt 50 Millionen Euro zur Förderung von Experimentierfeldern in der Landwirtschaft eingeplant.

Die Martin-Luther-Universität Halle Wittenberg FG Geoökologie erhält eine Projektförderung von knapp 333.000 Euro (Förderkennzeichen 28DD114A18).

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